Demokratie nur für intern

Nachdem  mir das sehr einheitliche Abstimmungsverhalten innerhalb von parteilich organisierten Fraktionen bei uns, aber auch anderswo immer auffiel, fragte ich einmal nach.
Konkret stellte ich die Frage, ob denn dabei wirklich immer die persönliche Meinung zum Ausdruck komme?
Anderenfalls wäre so ein Verhalten ja gleichzusetzen mit dem sogenannten Klubzwang, wo eigene Gedanken wenig bis überhaupt nicht ausgesprochen werden dürfen, somit kaum
Raum finden und damit das Gegenteil von gelebter Demokratie wären.

Die Antwort: Natürlich würde auch intern das eine oder andere Mal diskutiert werden und es gäbe durchaus unterschiedliche
Auffassungen. In der Praxis verhält es sich aber so, dass schlussendlich eigene Meinungen intern zwar erfrischend klingen, nach aussen jedoch absolute Einigkeit Vorschrift ist.

Seit damals wundert mich nicht mehr, wenn man von Austritten und Zurücklegen von Mandaten hört, eben weil oft
sehr vernünftige, eigene Meinungen in solchen Gruppen zwar intern, nicht aber im Sinne der Bevölkerung auch öffentlich Einsatz finden (dürfen).

Dies, obwohl jeder Gemeinderat bei der öffentlichen Angelobung verspricht, das Amt absolut frei auszuüben  : 

“ …meine Aufgabe unparteiisch und uneigennützig…. nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle der Gemeinde……!“

Da bedarf es schon sehr großer Kraft, hier aufzustehen und die wirkliche Meinung zu sagen!
Aber dann verliert man wahrscheinlich auch sein Mandat, also egal.
Die Einen bleiben und leiden, Andere treffen wenigstens hier die Entscheidung selbst.

Schreibe einen Kommentar