NACH DER WAHL

Der berühmte Satz: " NACH der Wahl, ist VOR der Wahl " kann wohl deutlicher, als mit dem Ergebnis der GR-Wahl vom Sonntag, nicht ausgedrückt werden. Der Wunsch des Wählers nach totaler Veränderung steht unverrückbar fest.
 So wie der Sturm an diesem Tag draußen über weite Teile Niederösterreichs hinwegfegte, hat er auch in Wöllersdorf-Steinabrückl keinen Stein auf dem anderen gelassen.

 Die seit 38 Jahren ununterbrochen absolutherrschende SPÖ, musste den schmerzlichsten Verlust der Geschichte hinnehmen und halbierte sich auf nur mehr 8 Mandate. Da wird wohl viel diskutiert werden, wer oder was daran hauptsächlich die Schuld trägt und/oder die Ursache(n) dafür war(en). Dazu fällt einem auch der Satz ein: " Mitten im Fluss wechselt man nicht die Pferde!"

 Marianne Straub hat im Tsunami der inneren Verwirrung und Selbstauflösung pflichtbewusst die Fahne übernommen und nach besten Kräften versucht, einen Kurs der Zuversicht zu steuern. Mit vielleicht zuviel Zuversicht, hätte doch gerade sie als sensible Frau und lebenslang erfahrene Politikerin ahnen sollen, was da kommt. Während man auf der Strasse das Desaster bereits unausbleiblich erwartete und offen darüber sprach, vermeinte sie im Vertrauen auf eine sicher wiederkehrende Mehrheit im Gemeinderat, in genau der selben Überlegenheit der vergangenen Tage fortfahren und die Wünsche und Forderungen der Bürger einfach durch die bestehende Hausmacht "niederstimmen" zu können.

 Der Wähler hat aber anders entschieden. Ein völlig neues Bild von Demokratie wird jetzt herrschen, da vorhersehbare Mehrheiten nunmehr gegen objektive Analyse, Darlegung aller Fakten und offene Diskussion getauscht sind und ehrlich errungen werden müssen. Da werden wohl auch die persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen vieler Gemeinderäte gefordert werden und nur die Parteizugehörigkeit alleine, ist ab sofort nicht mehr ausreichend, um mittels "dem automatischen Zeichen mit der Hand" relativ unbewusst über beträchtliche Werte der Allgemeinheit zu entscheiden.

 Die Möglichkeit von "nur" zwei Fraktionen gemeinsam als vorhersehbare Mehrheit, beschränkt sich einmal auf SP + VP, sowie SP und BL Ebner um in der Lage zu sein "planbare" Beschlüsse zu fassen.
 Ein völlig neuer Aspekt für den zukünftigen Amtsträger im Gemeindebüro. Diplomatie und Feingefühl sind unabdingbar für einen Erfolg. Jetzt muss JEDER gehört werden.
Da stellt sich natürlich die Frage, welche Fraktion so einen Kandidaten in den eigenen Reihen auch wirklich hat? Oder ist da bereits wieder der wohlbekannte Streit auf der Basis der parteitypischen Hierarchien angesagt, statt der Suche nach dem besten Kandidaten? Jetzt gibt es ja wieder etwas zu verteilen!

 Grundsätzliche Auffassungsunterschiede und sogenannte Parteiprogramme stehen als Hindernis von bestimmten Allianzen aber nur scheinbar unverrückbar im Wege. Es wurde ein "Vollzeitbürgermeister ohne jede Nebenbeschäftigung, Pension oder Brotberuf" versprochen. Vor allem aber eine glaubwürdige "Überparteilichkeit".

 Die besten Chancen dürfte wohl das "bürgerliche Lager" haben, mit den Vertretern der klassischen VP, dem Star dieser Wahl – der neuen Bürgerliste Ebner – und eben einer wichtigen Ergänzung, um auch auf eine verlässliche Mehrheit für die zukünftige Arbeit zählen zu können.
 Da bieten sich eben wohl nur zwei kleine Fraktionen an, die erfahrene und akzeptierte UGI, gegenüber der neuen FP, was aber eher (derzeit noch?) undenkbar ist.

 Eine Wiedervereinigung der doch sehr stark mit ehemals SP- Gemeinderäten und durchaus ehrlichen Sozialdemokraten besetzten Bürgerliste, mit dem Quell der jetzt erworbenen Mandate, der "alten SP", muss wohl sehr gut überlegt werden und wird deshalb noch einige schlaflose Nächte für die Verantwortlichen, aber auch für die Bürger, bringen.

 Ob da am Ende nach Muster der Bundespolitik nicht doch noch die SP-VP Hochzeit "völlig überraschend" und obwohl man sich gegenseitig ja nicht traut, vorgezogen wird?? Der Wähler wird es bald erfahren, sich vielleicht kurz ärgern – und dann leider bis zur nächsten Wahl in 5 Jahren wieder vergessen!

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